Das kleine Zuhause in Prag
- Judith Koch
- 24. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶
📝 Rezension
📚 Rezensionsexemplar / Roman
Buddyread: @
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Wie jedes Mal, wenn ein neuer Band der Romance-Escape-Reihe erscheint, war ich sofort in Vorfreude-Stimmung. Diese Bücher sind für mich kleine Fluchten aus dem Alltag, sowie neue Orte, neue Menschen und ein neues Gefühl von Leichtigkeit. Als ich gehört habe, dass es diesmal nach Prag geht, dazu noch mit einer Brauerei-Story und der Rückkehr von Leo aus dem Amalfiküsten-Band, da konnte ich gar nicht anders. Das Buch musste her!
🔎 Worum geht’s?
Anna braucht dringend Abstand von ihrer Familie und dem Brauereileben in England. Da kommt eine Fortbildung in Prag wie gerufen. Neues Handwerk, neue Stadt, neues Kapitel. Was sie nicht erwartet, ausgerechnet ihr Exmann Leo wohnt mit ihr in derselben charmanten, wenn auch von außen ziemlich gewöhnungsbedürftigen, Dachgeschosswohnung.
Während sie zwischen Bierkurs, Sightseeing und den liebenswert-schrulligen Hausbewohnern versucht, professionell zu bleiben, macht ihr Prag mit seinem Zauber, und Leo mit seiner unverkennbaren Lebenslust, die Sache nicht gerade leicht.
🧠 Meine Meinung:
Ich sag’s offen: Ich bin mit einer Riesenportion Begeisterung gestartet und mit deutlich weniger Begeisterung gelandet. Prag als Setting? Wundervoll! Die Idee rund um die Brauerei? Spannend! Leo? Ein Sonnenschein, den ich schon im Amalfi-Band mochte und auf dessen Geschichte ich total neugierig war.
Aber dann kam Anna.
Und Anna, nun ja, sie hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Während Leo sprüht vor Herz, Humor und >>joie de vivre<<, zieht Anna gedanklich gefühlt ständig die Handbremse. Sie stellt alles in Frage, bezieht jedes Wort auf sich, und dieser dauernde Selbstzweifel-Marathon hat mich irgendwann zu entnervten Augenroll-Pausen gezwungen. Ich wollte sie mögen, wirklich, aber es hat einfach nicht klick gemacht.
Dass die Fortbildung zum Bierbrauen plus Wettbewerb kaum Raum bekam, hat mich zusätzlich irritiert. Zwischen Pilze sammeln, Möbel restaurieren, Freunden besuchen und nächtlichen Grübeleien fragt man sich irgendwann, wann, bitte schön, brauen die eigentlich dieses Bier?
Die einzigen Figuren, die mich wirklich abgeholt haben, waren Michaela und Jan samt ihrer Chata. Immer wenn die beiden auftauchten, stieg meine Lesestimmung deutlich.
Das größte Problem für mich war aber, dass ich die Magie zwischen Leo und Anna nicht gefühlt habe. Keinen Funken, keinen „Oh wow“-Moment, einfach nichts. Und als das Ende dann dramaturgisch ein bisschen in die Kindergartenkiste griff (inklusive eines seltsam weichgespülten Wettbewerbsendes), blieb ich doch etwas enttäuscht zurück.
Sogar Leo, mein heiß erwarteter Protagonist, wurde irgendwann Opfer von Kommunikationsproblemen und das ist etwas, das mich in Liebesgeschichten zuverlässig nervt. Wie alt sind diese Figuren? Haben die nichts aus ihren Fehlern gelernt? Schade!
✅️ Fazit:
Ein schönes Setting, ein geliebter Nebenfiguren-Cast und eine tolle Stadt, aber die Hauptfiguren haben mich emotional leider nicht abgeholt. Leo bleibt großartig, Anna blieb mir fremd, und der Funke zwischen beiden sprang nicht über. Ein Roman mit viel Potenzial, aber für mich ohne das Herzklopfen, das ich mir so sehr erhofft hatte.


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