Am hellichten Tag
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Rezensionsexemplar / Kriminalroman
Buddyread @lineslieblingsbuecher
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Auf Am hellichten Tag bin ich durch meine Freundin aufmerksam geworden. Schnell war klar, dass wir das Buch gemeinsam als Buddyread lesen möchten, schließlich macht das gemeinsame Rätseln bei einem Cold Case besonders viel Spaß. Außerdem basiert die Geschichte auf einem wahren Vermisstenfall, was mich zusätzlich neugierig gemacht hat. Die Ausgangsidee klang vielversprechend und versprach einen spannenden Mix aus Vergangenheit und Gegenwart.
🧠 Meine Meinung:
Der Einstieg hat mir gut gefallen. Die Kapitel aus der Sicht des neunjährigen Jungen im Jahr 1964 wirkten durch die kurzen, einfachen Sätze sehr authentisch und passend zum Alter der Figur. Gleichzeitig entstand schnell die Frage, wie die Ereignisse aus der Vergangenheit mit der Gegenwart zusammenhängen. Genau dieses Rätsel hat mich zunächst an die Geschichte gefesselt.
Auch Toni fand ich als Hauptfigur interessant. Ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater, ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Konflikte gaben ihr genügend Tiefe, um neugierig auf ihren weiteren Weg zu bleiben.
Der Schreibstil selbst ist einfach zu lesen. Einige regionale Ausdrücke waren mir zwar unbekannt, ließen sich aber gut aus dem Zusammenhang erschließen. Schwieriger war für mich die gesamte Erzählweise. Sie wirkte stellenweise recht altmodisch, fast so, als hätte ich einen Kriminalroman gelesen, der bereits vor zwanzig Jahren geschrieben wurde. Anfangs konnte ich dieses Gefühl noch ausblenden, weil mich die Handlung und die wechselnden Perspektiven neugierig machten. Im weiteren Verlauf schlich sich dieses Gefühl jedoch immer wieder ein.
Besonders schade fand ich das Erzähltempo. Über weite Strecken tappt man gemeinsam mit den Figuren im Dunkeln, ohne dass es nennenswerte Hinweise oder kleinere Erfolgserlebnisse gibt. Ich mag Geschichten, die dem Leser nach und nach kleine Puzzleteile zuwerfen, sodass man eigene Theorien entwickeln kann. Hier plätscherte die Handlung für meinen Geschmack zu lange vor sich hin. Zwar hatte ich eigene Vermutungen, wie alles zusammenhängen könnte, doch echte Anhaltspunkte blieben weitgehend aus.
Leider konnte mich auch die Auflösung nicht überzeugen. Gerade die Verbindung zwischen den Fällen aus Vergangenheit und Gegenwart war der Aspekt, auf den ich am meisten hingefiebert hatte. Für mich wirkte diese am Ende jedoch nicht wirklich schlüssig und ließ einige Fragen offen.
Den Vergleich meiner Buddyread-Partnerin fand ich deshalb sehr passend. >>Es ist, als wolle man Linsensuppe kochen, hat aber keine Wiener Würstchen mehr und nimmt stattdessen Lachs. Beides sind gute Zutaten, nur harmonieren sie für meinen Geschmack nicht miteinander. Natürlich ist das am Ende reine Geschmackssache. Ich mochte es nicht!
✅️ Kurzfazit:
Am hellichten Tag punktet mit einer interessanten Grundidee, doch leider konnte die Geschichte das vorhandene Potenzial für mich nicht vollständig ausschöpfen. Das langsame Erzähltempo, die teilweise altmodisch wirkende Erzählweise und eine Auflösung, die mich nicht zufriedenstellte, sorgten dafür, dass am Ende mehr Ernüchterung als Begeisterung blieb.
Ein solider Kriminalroman mit spannendem Ansatz, der mich letztlich jedoch nicht überzeugen konnte.
🔎 Worum geht’s?
Als die Journalistin Toni nach dem Tod ihres Vaters in ihre Heimatstadt Pirmasens zurückkehrt, stößt sie auf Hinweise, die sie tief in die Vergangenheit führen. Ein rätselhafter Brief ihres Vaters scheint mit mehreren ungeklärten Vermisstenfällen aus den 1960er-Jahren zusammenzuhängen. Während Toni beginnt, die damaligen Ereignisse zu hinterfragen, gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Schuld, Geheimnissen und längst verdrängten Wahrheiten. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto deutlicher zeigt sich, dass die Vergangenheit noch immer ihre Schatten wirft.
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