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Fünf Fremde

Autorenbild: Judith Koch
Judith Koch
22. März
2 Min. Lesezeit

🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension

📚 Rezensionsexemplar / Bloggerbox


❓️Warum wollte ich das Buch lesen?


Kurz: Ich war neugierig!

Eine abgeschiedene Insel, ein alter Vermisstenfall und mehrere Figuren mit Geheimnissen, genau die Mischung, die ich liebe. Dazu kam die besondere Kulisse von Neuwerk, die ich selbst zumindest aus der Ferne kenne. Dieses raue, nordische Setting hat mich direkt angesprochen und ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich dahinter verbirgt.


🧠 Meine Meinung:


Der Einstieg hat mich direkt überzeugt. Besonders gelungen fand ich, dass man die „fünf Fremden“ nach und nach kennenlernt, ihre Rollen, ihre Verbindungen und vor allem ihre Beweggründe, auf die Insel zurückzukehren. Von Anfang an schwingt da etwas Düsteres mit, dieses unterschwellige Gefühl, hier hat jeder etwas zu verbergen.

Was mir richtig gut gefallen hat, war die Erzählstruktur. Gegenwart und Vergangenheit greifen ineinander und führen die Leser*innen zum Ziel. Nämlich, was 1995 wirklich geschehen ist und noch heute Auswirkungen hat? Dazu die wechselnden Perspektiven, was Charaktere, aber auch Situationen betrifft. Unterschiedliche Blickwinkel von ein und der gleichen Situationen, lassen ein ständiges Hinterfragen entstehen, wem kann man trauen, wer spielt ein falsches Spiel?

Atmosphärisch ist das Buch wirklich stark. Die Insel, das Wetter, die Abgeschiedenheit, ich konnte mir alles sehr bildlich vorstellen. Ich habe mich sogar nebenbei intensiver mit Neuwerk beschäftigt, weil mich das Setting und deren Geschichte so fasziniert hat. Neuwerk gehört zu Hamburg? Krass, wusste ich nicht!

Besonders viel Spaß gemacht hat mir das Miträtseln. Ich hatte relativ früh eine Theorie und war ehrlich gesagt ziemlich begeistert, dass ich am Ende zumindest teilweise richtig lag. Trotzdem blieb die Spannung erhalten, weil der Weg zur Auflösung noch einige Überraschungen bereithält. Gerade in einer Leserunde entfaltet das Buch nochmal eine ganz eigene Dynamik, weil man ständig neue Ansätze und Ideen diskutiert.

Aber 👆 Ganz ohne Kritik geht es nicht.

Der Showdown war zwar intensiv, aber für mich nicht komplett rund. Einige Entwicklungen wirkten nicht ganz logisch. Dazu kamen ein paar kleinere Momente, bei denen ich kurz gestutzt habe. Das hat den Gesamteindruck leicht getrübt, auch wenn es meine Lesefreude nicht geschmälert hat, denn unterm Strich habe ich das Buch unglaublich gern gelesen und immer wieder gerne in die Hand genommen. Dazu ist es auch optisch ein Hingucker, mit seinem tollen Farbschnitt.


✅️ Fazit:


Ein atmosphärischer, ruhiger Thriller mit starkem Setting, vielen Geheimnissen und großem Miträtsel-Faktor. Kleine Schönheitsfehler im Finale nehmen der Geschichte etwas die Perfektion, aber nicht ihre Sogwirkung.

Empfehlung für alle, die düstere Inselsettings lieben, gerne Theorien spinnen und Spaß daran haben, Stück für Stück hinter die Wahrheit zu kommen.



🔎 Worum geht’s?


An einem stürmischen Oktobertag erreichen fünf Menschen die abgelegene Insel Neuwerk. Vier von ihnen verbindet eine gemeinsame Vergangenheit: Vor 30 Jahren verschwanden dort zwei Jugendliche spurlos während eines Schullandheimaufenthalts.

Als ein Orkan die Insel von der Außenwelt abschneidet, werden alte Erinnerungen und lange verdrängte Geheimnisse wieder lebendig. Schnell wird klar, jemand kennt die Wahrheit und ist bereit, sie ans Licht zu bringen, egal um welchen Preis

 
 
 

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