Happy End
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Buchgeschenk / #Thriller
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Auf Happy End von Sarah Bestgen wurde ich, mal wieder, durch meine Freundin aufmerksam. Sie meinte nach dem Lesen sofort, dieser Thriller könnte genau meinen Nerv treffen, und gab mir das Buch weiter. Schon die Grundidee ließ mich nicht mehr los. Ein vier Monate altes Baby verschwindet spurlos von der Krabbeldecke, ohne Lösegeldforderung, ohne Hinweis, ohne Erklärung. Und dann, Monate später, taucht das Kind plötzlich wieder auf. Allein dieser Gedanke hat gereicht, um meine Neugier zu wecken.
🔎 Worum geht’s?
Eben noch liegt der kleine Ben auf seiner Krabbeldecke, im nächsten Moment ist er verschwunden. Keine Spuren, keine Forderungen, keine Erklärung. Für Isa beginnt ein Albtraum. Monate später taucht Ben plötzlich wieder auf. Doch nichts ist, wie es sein sollte.
Während die Polizei ermittelt, wächst in Isa ein beunruhigender Zweifel. Ist das wirklich ihr Sohn? Je genauer sie hinsieht, desto mehr Risse zeigen sich im scheinbar normalen Alltag. Und bald wird klar, dass hinter der Rückkehr des Kindes dunkle Geheimnisse lauern.
🧠 Meine Meinung:
Die Grundidee der Geschichte ist wirklich stark. Dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, mit dem Kind, mit den Menschen, mit der Vergangenheit, all das funktionierte sehr gut bei mir. Besonders gelungen fand ich, wie Zweifel gesät werden. Beim Ehemann, bei den Nachbarn, aber auch bei Isa selbst. Die Frage, ob sie ihrem Gefühl trauen kann oder ob psychische Vorbelastungen eine Rolle spielen, ist spannend und beunruhigend zugleich. Ich liebe diese Art von Thrillern, wo man niemandem trauen kann, nicht mal sich selbst.
Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass die Geschichte unnötig in die Länge gezogen wird. Mit über 500 Seiten war mir das Buch schlicht zu lang. Immer wieder dachte ich beim Lesen, jetzt müsste es doch langsam auf ein Ende hinauslaufen, nur um festzustellen, dass ich erst bei der Hälfte angekommen war. Das ist kein gutes Zeichen.
Einige Konstruktionen wirkten auf mich zu offensichtlich, fast schon gewollt verdächtig. Wie etwa bestimmte Handlungen von Mark dem Mann, bei denen ich nur die Augen rollen konnte 🙄. Dadurch ging für mich ein Teil der Spannung verloren. Leider kam ich an dem Punkt, an dem ich Passagen überflogen habe, einfach weil sie mir zu ausschweifend waren. Das finde ich schade, denn der Plot an sich hätte enormes Potenzial.
Ich bin überzeugt, mit rund 100 Seiten weniger wäre Happy End für mich auch zu einem geworden. Eben ein richtig starker Thriller. So aber bleibt es eine sehr gute Idee, die mich emotional und gedanklich gepackt hat, aber erzählerisch nicht durchgehend überzeugt.
✅️ Kurzfazit:
Happy End punktet mit einer starken, verstörenden Grundidee, vielen Verdachtsmomenten und einer dichten Atmosphäre. Leider leidet der Thriller für meinen Geschmack unter deutlichen Längen. Wer langsame, ausführliche Spannungsaufbauten mag, wird hier vermutlich besser aufgehoben sein als ich. Ein gutes Buch mit viel Potenzial, aber für mich einfach zu lang erzählt.
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