Keine Angst Darling
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Rezensionsexemplar / Thriller
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Ja, Vera Buck halt! 🤷🏻♀️
Nachdem mir ihre bisherigen Bücher schon gefallen haben, war für mich eigentlich klar, dass ich auch „Keine Angst, Darling“ lesen möchte. Dazu kam das Thema Tradwife, das gerade sehr präsent ist und mich neugierig gemacht hat. Diese Kombination klang für mich nach einer Geschichte, die einiges zu erzählen hat.
🧠 Meine Meinung:
„Keine Angst, Darling“ hat mich ziemlich schnell gepackt. Schon der Einstieg, als Lea plötzlich von der Bildfläche verschwindet, im wahrsten Sinne des Wortes, und Paula sich fragt, was dahintersteckt, hat bei mir sofort die Neugier geweckt. Was ist passiert? Wo ist Lea? Und warum wirkt diese scheinbar perfekte Welt plötzlich so unheimlich?
Von da an hatte die Geschichte eine enorme Sogwirkung. Ich wollte unbedingt herausfinden, was hinter Sancta Familia steckt und ob Paula ihre Schwester retten kann.
Die unterschiedlichen Perspektiven haben dabei für Abwechslung gesorgt. Mal begleitet man Paula bei ihrer Suche, mal bekommt man Einblicke in Leas Leben oder man liest Haushaltsbucheinträge, die nach und nach weitere Puzzleteile liefern.
Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre. Diese Gemeinschaft hat in mir tatsächlich dieses alte, mulmige Gefühl hervorgerufen, das ich schon als Kind mit dem Wort „Sekte“ verbunden habe. Obwohl es sich hier nicht um eine klassische Sekte handelt, strahlen die Regeln, die Abhängigkeiten, der damit verbundene Druck, der scheinbare Zusammenhalt etwas Beklemmendes aus. Man spürt immer wieder, irgendetwas stimmt hier ganz gewaltig nicht.
Auch das aktuelle Thema Tradwife und die damit verbundenen Rollenbilder fand ich spannend umgesetzt. Gerade weil nach außen alles so perfekt und erstrebenswert wirkt, während dahinter eine ganz andere Realität steckt.
Allerdings war für mich nicht jede Reaktion der Figuren vollkommen nachvollziehbar. An manchen Stellen dachte ich schon, "okay, ich weiß jetzt nicht, ob man wirklich so reagieren würde". Auch einige Zufälle habe ich eher mit einem kleinen Augenzwinkern hingenommen.
Eine Entwicklung hatte ich außerdem früh im Verdacht. Das lag allerdings auch ein bisschen an mir selbst. Ich habe das Nachwort vorab gelesen. 🙈 Deshalb mein gut gemeinter Rat, am besten das Nachwort wirklich erst nach der Geschichte lesen, es heißt schließlich nicht umsonst Nachwort. 😉
Eine andere Auflösung hingegen hat mich tatsächlich überrascht und konnte mich noch einmal richtig abholen.
Und trotzdem, die Spannung hat für mich funktioniert. Ich bin durch die Seiten geflogen, weil ich endlich wissen wollte, was hinter der Fassade steckt. Komplett umgehauen hat mich das Buch allerdings nicht. Dafür gab es für mich ein paar Stellen, bei denen die Geschichte etwas konstruiert wirkte. Im direkten Vergleich fand ich beispielsweise „Der dunkle Sommer“ aus dem Jahr 2025 noch ein kleines bisschen stärker.
Ein ganz besonderes Lob bekommt von mir allerdings die Gestaltung. Das Cover zieht einen schon magisch an und der limitierte Buchschnitt ist wirklich genial. Je nachdem, in welche Richtung man ihn bewegt, erscheint eine andere Botschaft: „Ich bin immer für dich da“ oder „Solange du tust, was ich dir sage.“ Passender könnte es für diese Geschichte kaum sein.
✅️ Fazit:
Atmosphärisch, beklemmend und mit einer starken Sogwirkung. „Keine Angst, Darling“ hat mich neugierig gemacht, immer weiter lesen lassen und mir an einigen Stellen durchaus Gänsehaut beschert. Nicht jede Wendung konnte mich überzeugen und manches war mir etwas zu zufällig, aber insgesamt hat Vera Buck für mich wieder eine spannende Geschichte mit einem brandaktuellen Thema geschaffen.
Nicht mein stärkstes Buch der Autorin, aber definitiv eines, das mich beschäftigt und vor allem mit seinem Nachwort noch einmal nachhaltig berührt hat.
🔎 Worum geht’s?
Lea lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der luxuriösen Siedlung Sancta Familia in Florida scheinbar ihren Traum. Online präsentiert sie sich als hingebungsvolle Ehefrau und Mutter, die ganz in ihrer traditionellen Rolle aufgeht.
Doch ihre Schwester Paula hat schon länger das Gefühl, dass hinter der makellosen Fassade etwas nicht stimmt. Als Lea plötzlich nichts mehr postet und nicht mehr erreichbar ist, reist Paula nach Florida, um nach ihr zu suchen.
In Sancta Familia scheint zunächst alles perfekt, doch je tiefer Paula in diese Gemeinschaft eintaucht, desto deutlicher werden die strengen Regeln und die Abhängigkeiten. Und plötzlich stellt sich die Frage, was ist mit Lea passiert und wem kann Paula überhaupt noch trauen.
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