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Nebelbeute

Autorenbild: Judith Koch
Judith Koch
28. Juni
3 Min. Lesezeit

🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension


📚 Rezensionsexemplar / Thriller


❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Krähentage und Aschesommer waren für mich echte Highlights. Vor allem die Dynamik innerhalb der Gruppe IV und ihre Entwicklung haben mich von Anfang an begeistert. Deshalb stand für mich außer Frage, die Reihe weiterzuverfolgen. Als ich dann den Satz „Jakob Krogh und Mila Weiss ermitteln in ihrem bisher düstersten Fall“ gelesen habe, war meine Neugier endgültig geweckt. Der bislang düsterste Fall? Da musste ich einfach wissen, was Benjamin Cors diesmal für seine Leser bereithält.


🧠 Meine Meinung:


Mit Nebelbeute rückt Benjamin Cors endlich Milas Vergangenheit stärker in den Mittelpunkt, ein Handlungsstrang, auf den bereits in den Vorgängern immer wieder hingearbeitet wurde. Seine unverkennbare Art zu schreiben hat mich auch diesmal sofort abgeholt. Was ich an seinen Thrillern besonders liebe, ist die Atmosphäre. Es sind oft die kleinen Details, die bei mir ihre volle Wirkung entfalten. Wenn allein das Wort Fistelstimme fällt, bekomme ich Gänsehaut. Benjamin Cors versteht es einfach, eine beklemmende Stimmung zu erschaffen, die sich durch die gesamte Geschichte zieht. Der Schnee, die Berge, das verschlossene Dorf, all das erzeugt eine düstere Kulisse, in der man sich beim Lesen durchaus fürchten kann.


Mindestens genauso sehr habe ich mich über das Wiedersehen mit der Gruppe IV gefreut. Besonders Lucy hat sich längst zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Schlagfertig, clever und mit ihrem trockenen Humor sorgt sie immer wieder für kleine Lichtblicke. Genau diese Figuren mit ihren Ecken und Kanten machen die Reihe für mich so besonders.


Umso mehr hat es mich überrascht, dass mich der eigentliche Fall diesmal nicht so packen konnte wie erhofft. Der erste Teil in diesem Buch wirft zwar viele Fragen auf, doch so richtig wollte die Spannung bei mir nicht entstehen. Erst als die Gruppe IV ins Geschehen eingreift, nimmt die Handlung etwas an Fahrt auf. Trotzdem hatte ich dieses Mal das Gefühl, dass der Geschichte über weite Strecken die Raffinesse fehlt, die Krähentage und Aschesommer für mich ausgezeichnet hat. Dort überraschten mich clevere Plot-Twists immer wieder aufs Neue. Nebelbeute plätschert zwischenzeitlich eher vor sich hin. Tatsächlich ertappte ich mich sogar dabei, dass meine Gedanken abschweiften, ich manche Abschnitte eigentlich erneut lesen müsste, aber gar keine Muße dazu hatte. Das ist mir bei den Vorgängern nie passiert.


Der Showdown trägt dann wieder unverkennbar die Handschrift von Benjamin Cors. Endlich zieht das Tempo an, die Spannung steigt und es warten doch noch einige Überraschungen. Für mich persönlich reicht das allerdings nicht aus. Ich möchte nicht erst auf den letzten Seiten das Gefühl haben, einen Benjamin-Cors-Thriller zu lesen. Gerade die unvorhersehbaren Wendungen und das permanente Miträtseln haben seine bisherigen Bücher für mich so besonders gemacht. Genau dieses Gefühl hat mir hier über weite Strecken gefehlt.


Das macht Nebelbeute keineswegs zu einem schlechten Thriller. Atmosphärisch ist Benjamin Cors für mich erneut ganz stark unterwegs und auch Milas persönliche Geschichte macht diesen Band zu einem wichtigen Teil der Reihe, aber gemessen an den beiden herausragenden Vorgängern bleibt er für mich jedoch etwas im Schatten. Da habe ich mehr erwartet.


✅️ Kurzfazit:


Nebelbeute überzeugt mit einer dichten, düsteren Atmosphäre, starken Figuren und spannenden Einblicken in Milas Vergangenheit. Auch wenn Benjamin Cors im Finale noch einmal zeigt, warum ich seine Thriller so gerne lese, konnte mich der Fall insgesamt nicht so fesseln wie Krähentage und Aschesommer. Mir fehlte die Raffinesse, die ich an seinen Geschichten so schätze. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf den nächsten Fall der Gruppe IV, denn eines schafft Benjamin Cors für mich immer, er weckt die Neugier auf mehr.


🔎 Worum geht’s?


Mila Weiss reist in die Berge, um endlich einem Schatten ihrer Vergangenheit gegenüberzutreten, - Johannes Toblach. Doch noch bevor sie Antworten finden kann, wird eine grausam inszenierte Leiche entdeckt. Während Mila immer tiefer in die Ereignisse hineingezogen wird, verschwimmt die Grenze zwischen Jägerin und Gejagter. Als sie schließlich spurlos verschwindet, beginnt für Jakob Krogh und die Gruppe IV eine fieberhafte Suche. Die Spur führt in ein abgeschiedenes Bergdorf, in dem das Schweigen dichter ist als der allgegenwärtige Nebel und hinter jeder Fassade dunkle Geheimnisse lauern.

 
 
 

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