Pause
🅆🄴🅁🄱🅄🄽🄶 📝 Rezension
📚 Rezensionsexemplar / Roman
❓️Warum wollte ich das Buch lesen?
Wer sich in der Bookbubble auf Social Media bewegt, kommt an diesem Buch kaum vorbei. Mit seinem leuchtenden Orange springt es einem förmlich ins Auge. Anfangs habe ich den Hype tatsächlich noch ignoriert, doch nachdem immer mehr positive Stimmen auftauchten, wurde auch ich neugierig. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich einfach wissen musste, was hinter diesem auffälligen Cover steckt.
🧠 Meine Meinung:
Schon auf den ersten Seiten musste ich lachen, obwohl die Situation eigentlich alles andere als komisch ist. Aber Lena Kupke besitzt genau die Art von Humor, die mich komplett abholt. Ihre Beschreibungen sind überspitzt, ironisch, manchmal leicht zynisch und gelegentlich herrlich drüber. Genau das hat für mich wunderbar funktioniert.
Gleichzeitig steckt hinter der Geschichte eine gewisse Traurigkeit. Hanna merkt schmerzhaft, dass weder ihr Freund noch ihr sonstiges Umfeld wirklich für sie da sind. Umso schöner fand ich es, dass auf ihre Eltern zumindest Verlass ist. Naja, zumindest wenn es ums Abholen aus dem Krankenhaus geht.
Die Figuren sind für mich das große Highlight des Buches. Besonders Hannas Mutter hat mir mit ihren Bemerkungen immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert. Dabei wird in dieser Familie eigentlich erstaunlich wenig wirklich ausgesprochen. Konflikte werden lieber unter dem Teppich gekehrt, Gefühle unterdrückt, Hauptsache nach außen wirkt alles wie eine perfekte kleine heile Welt.
Hanna tat mir oft unglaublich leid. Vor allem dann, wenn sie wieder wie ein Kind behandelt wird. Nach dem Duschen die Wassertropfen abziehen, Hausschuhe tragen, weil die Füße sonst kalt werden, all diese Situationen haben mich gleichzeitig schmunzeln und mitfühlen lassen. Überzogen? Vielleicht. Aber irgendwie auch erschreckend realistisch, denn als Mama kann man wohl nie ganz loslassen.
Besonders gut gefallen hat mir Hannas Entwicklung. Anfangs lässt sie vieles mit sich machen und setzt kaum Grenzen. Umso schöner war es zu sehen, wie sie langsam lernt, für sich selbst einzustehen. Dieser Prozess wirkte auf mich glaubwürdig und hat mir richtig gut gefallen.
Und dann wäre da noch ihr Freund. Meine Güte. Unreif, egoistisch und stellenweise wirklich zum Haare raufen. In seinem Fall war ich tatsächlich froh, dass Hanna durch ihren Zusammenbruch gezwungen wurde, genauer hinzusehen und zu erkennen, wer ihr wirklich guttut.
Trotz Themen wie Panikattacke, Verlust, Trennung und schwierigen Familienstrukturen fühlt sich das Buch nie bedrückend an. Dafür musste ich viel zu oft lachen, schmunzeln oder genervt die Augen verdrehen, allerdings auf die gute Art.
Dass sich das Buch so schnell lesen lässt, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits fliegt man nur so durch die Seiten, andererseits war ich fast ein wenig traurig, als es schon vorbei war. Über kleinere Ungereimtheiten konnte ich deshalb problemlos hinwegsehen. Die Geschichte hat mich einfach zu gut unterhalten.
✅️ Kurzfazit:
„Pause“ ist eine humorvolle, ehrliche und gleichzeitig berührende Geschichte über Überforderung, Familie und die Frage, wer wirklich für einen da ist, wenn es darauf ankommt. Lena Kupke verbindet ernste Themen mit viel Witz und scharfer Beobachtungsgabe. Ich habe gelacht, mitgelitten, den Kopf geschüttelt und Hanna auf ihrem Weg sehr gerne begleitet. Ein Buch, das zeigt, dass eine unfreiwillige Pause manchmal genau das sein kann, was man braucht.
🔎 Worum geht’s?
Nach einem Zusammenbruch landet Hanna im Krankenhaus. Im Arztbericht steht Panikattacke, doch die eigentliche Ursache scheint tiefer zu liegen. Als niemand aus ihrem Umfeld Zeit hat, sie abzuholen, bleiben nur ihre Eltern.
Kurzerhand zieht Hanna zurück nach Lüneburg in ihr altes Kinderzimmer, das inzwischen eher das Arbeitszimmer ihres Vaters ist als ein gemütlicher Rückzugsort. Zwischen Drucker, elektrischen Rollos muss sie sich plötzlich nicht nur mit ihrer Familie, sondern auch mit sich selbst auseinandersetzen. Dabei wird ihr nach und nach klar, wer wirklich an ihrer Seite steht und wer vielleicht nie dort war.
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